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Jean-Pierre Bussalb

Wo stehen wir? Oswald Spenglers Vision vom Niede= rgang des Westens

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I. Oswald Spengler: Erkenner der Zukunft=

 

Nach dem weltweiten und nahezu ausnahmslosen Zusammenbruch des Staat gewordenen Kommunismus und seiner Ableger in der Folge des Jahres 1989 gab es im Hinbl= ick auf die Interpretation dieser Entwicklung verschiedene geschichtsphilosophi= sche Ansätze, die sich in zwei extremen Positionen gegenüberstanden. D= ie einen sprachen vom Ende der Geschichte, das jetzt angebrochen sei, da die W= elt ohne Blockkonfrontation und mit liberaler Demokratie einer friedlichen und sorgenlosen Zukunft zustrebe. Die anderen sahen einen Kampf der Kulturen heraufziehen, da die Konflikte nicht mehr den Zwängen der Blöcke unterlägen und Unordnung, ja Barbarei, weltweit auf dem Vormarsch seien, ein „finsteres Mittelalter“ einläutend. <= o:p>

 

Wenn d= ie Deutungen auch auseinander gehen, so hat sich seit 1989 jedenfalls ein neues Feld eröffnet, das der wirtschaftlichen Globalisierung. Zwar gab es se= it dem „Zeitalter des Imperialismus“ der europäischen Staaten einen Expansionsdrang, der die ganze Welt umfasste, und nach dem Zweiten We= ltkrieg globale Tendenzen der „Amerikanisierung“ und der kommunistischen „Weltrevolution“, ausgehend von der Ideologie der beiden Supermächte USA und UDSSR. Im Kalten Krieg versuchten diese Imperien m= it Hegemonialanspruch ihren Machtbereich in die „Dritte Welt“ auszudehnen, riskierten aber keinen Weltkrieg, der die Entscheidung üb= er die alleinige Weltherrschaft hätte bringen können. Erst der Zusammenbruch der Sowjetunion ermöglichte vorerst den beinahe weltweit= en Sieg des Kapitalismus und die Vorherrschaft der USA.

 

Lange vor dem Kalten Krieg haben wenige Philosophen diese Entwicklung erkannt und frei von den Zwängen unserer heutigen Gesellschaft versucht, die Möglichkeiten der Geschichte auszuloten, ja vorauszusehen. Ein Denker tritt dabei besonders hervor: Oswald Spengler (1880 – 1936). War er a= uch stark von den unmittelbaren Ereignissen seiner Zeit geprägt, so hat er dennoch weit über seine Gegenwart hinaus gedacht und jenseits von Tagespolitik und Parteiräson über die Zukunft geurteilt. Die Eins= ichten, die er gewann, sind es wert, heute noch einmal betrachtet und analysiert zu werden. Spengler ist als Geschichtsdenker hervorgetreten und hat auf dieser Grundlage eine Vergangenheits- und Gegenwartsanalyse gewagt, die den Blick = auf unsere Zukunft frei geben kann. Er entwarf eine „Morphologie der Weltgeschichte“, die auf der Lehre eines immer wieder kehrenden organischen Schemas beruht: Geburt, Blüte und Tod der einzelnen Kultur= en.

 

Spengler = unternimmt im „Untergang des Abendlandes“ den Versuch, Geschichte vorauszubestimmen. Er will den Werdegang einer Kultur, und zwar der einzige= n, die heute auf diesem Planeten in Vollendung begriffen ist, der westeuropäisch-amerikanischen, in den noch nicht abgelaufenen Stadien verfolgen, analysieren und in Umrissen ihr Schicksal aufzeigen.[1] Dabei entwickelt er in seinem Werk eine „Technik der Vergleiche“, d. h. eine Analogiemethode der Entwicklungsstadien und des Verlaufs der einzelnen Kulturen sowie der Homol= ogie geschichtlicher Szenarien. Durch eine vergleichende Betrachtung der Kulturen will er verborgenes Vergangenes und noch nicht enthülltes Zukünft= iges aufdecken. Dabei legt er konstant bleibende Beziehungen charakteristischer Teile der Historie frei, um daraus „eine große Lösung des Problems der Geschichte“ zu entwerfen und um das Schicksal der abendländischen Kultur, also der westlichen Zivilisation, vorauszusage= n.

 

Im Folgenden soll gezeigt werden, welches Potential und welche Entwicklungsmöglichkeiten unter Zugrundelegung der Einsichten Spenglers für den Westen noch bestehen. Anhand seines Hauptwerks „Der Untergang des Abendlandes“ soll herausgearbeitet werden, welche Krite= rien die westliche Kultur im Gegensatz zu anderen Kulturkreisen einzigartig mach= en und in welchem Stadium seiner Entwicklung der Westen sich befindet.

 

Zunächst soll dargestellt werden, dass ein verkehrtes Geschichtsbild und der im West= en weit verbreitete Glaube an den unaufhaltsamen Fortschritt der Menschheit zu Frieden, Demokratie und wirtschaftlicher Prosperität das wahre Stadium= der westlichen Kultur verschleiern. Dann soll betrachtet werden, was die Schicksalhaftigkeit einer historischen Persönlichkeit und einer Epoche ausmachen und wie das Schicksal in die Geschichte der Kulturen hineinwirkt = und diese beeinflusst. Von entscheidender Bedeutung ist = dabei, dass alle großen Kulturen Stadtkulturen sind. Stadtmenschen erst brin= gen Imperialismus, Sozialismus sowie andere stoische Lebensformen hervor. Die W= eltstadt erzeugt dabei eine Massenseele von ganz neuer Art, deren Wesen, Intelligenz, Genusssucht und Kinderarmut die Wendung zum Tod einer Kultur vorbereiten. Abschließend soll aufgezeigt werden, wie am Ausgang jeder Kultur, im Zeitalter der Riesenkämpfe wenige Machtzentren und Großräume die Herrschaft über die Welt unter sich ausmachen und Machtmenschen von cäsarischem Schlag freie Bahn bekommen, über eine geschichtslose Masse nach Gutdünken zu herrschen.

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Spengler = kommt in seinem Hauptwerk zu dem Schluss, dass der westliche Kulturkreis dem baldigen Tode geweiht sei. Ob der Westen wirklich stirbt, mag dem Urteil der Geschic= hte vorbehalten bleiben. In jedem Fall erkannte und verarbeitete Spengler berei= ts während des Ersten Weltkriegs in seinem Werk diejenigen Gründe und Symptome des Niedergangs unseres Kulturkreises, die uns heute beschäftigen. Schon a= us diesem Grund ist die Analyse seines Werks hil= freich und notwendig, denn es gibt keinen schlimmeren und unverzeihlicheren Fehler, als den historischen Moment falsch einzuschätzen, in dem man s= ich befindet.

 

 

II. Die Vision vom Untergang des Westens

 

Spengler = nennt „gleichzeitig“ zwei geschichtliche Tatsachen, die, jede in ihrer Kultur, in derselben – relativen – Lage, zu „demselben Zeitpunkt“ auftreten und eine entsprechende ähnliche Bedeutung u= nd Auswirkung haben. „Gleichzeitig werden Alexandria, Bagdad und Washing= ton erbaut; gleichzeitig erscheinen die antike Münze und unsre doppelte Buchführung, die erste Tyrannis und Fronde, Augustus und Schi Hoang-ti, Hannibal und der Weltkrieg.“[2]

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Er vergle= icht die Stadien des menschlichen Lebens mit den einzelnen Epochen eines Kulturkreis= es. Jede Kultur durchläuft die Altersstufen des einzelnen Menschen. Jede h= at also ihre Kindheit, ihre Jugend, ihre Männlichkeit und ihr Greisentum.= [3] Eine Kultur stirbt, wenn sie die volle Summe ihrer Möglichkeiten in der Gestalt von Völkern, Sprachen, Glaubenslehren, Künsten, Staaten, Wissenschaften verwirklicht hat und wieder ins „Urseelentum“ zurückkehrt. Ist das Ziel er= reicht und die ganze Fülle innerer Möglichkeiten verwirklicht, so erstar= rt die Kultur, ihre Kräfte schwinden und sie wird zur Zivilisation, bevor= sie endgültig stirbt.[4]  

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Doch beto= nt Spengler auch die Unterschiede der von ihm ausgemachten Kulturkreise und den Charakter jedes ihrer Schicksale: „Im antiken Dasein spielen Jahre ke= ine Rolle, im indischen kaum Jahrzehnte; für uns ist die Stunde, die Minut= e, zuletzt die Sekunde von Bedeutung. Von der tragischen Spannung historischer Krisen, wo der Augenblick schon erdrückend wirkt wie in den Augusttagen 1914, hätte weder ein Grieche noch ein Inder eine Vorstellung haben können.“[5] 

 

Spengler = erkennt im Willen zur Überwindung von Widerständen und zur Expansion den typischen Antrieb der abendländischen Seele, der sie von allen anderen gewesenen Kulturkreisen unterscheidet: „Aktivität, Entschlossenh= eit, Selbstbehauptung werden gefordert; der Kampf gegen die bequemen Vordergründe des Lebens, die Eindrücke des Augenblicks, des Nahen, Greifbaren, Leichten, die Durchsetzung dessen, was Allgemeinheit und Dauer = hat ... ist der Inhalt ... der ungeheuren Macht- und Willensäußerung= en unserer Staaten, Wirtschaftsmächte und unserer Technik.“[6] Die Expansion der abendländischen Kultur betrifft dabei jeden Bereich = des menschlichen Lebens und jeden Winkel der Erde. „Die abendländisc= he Kultur ist auf Ausdehnung gerichtet, sei sie politischer, wirtschaftlicher oder geistiger Natur; sie versucht alle geographisch-stoff= lichen Schranken zu überwinden, ... sie suchte ... um des Symbols willen, Nor= d- und Südpol zu erreichen; sie hat zuletzt die Erdoberfläche in ein einziges Kolonialgebiet und Wirtschaftssystem verwandelt. ... Das Grenzenlo= se war das eigentliche Ziel ihres Ehrgeizes ...“.[7]

 

Als letztes Stadium steht die Zivilisation als schleichender Tod jeder Kultur. = Das Abendland, der Westen, hat für Spengler dieses Stadium erreicht, oder steht kurz davor, und kann sich ihm nicht entziehen. Er sieht im Cäsarismus der Antike unser nächstes Stadium, auf das die Zeit de= s „Imperium mundi“ folgt: Imperialismus ist für ihn reine Zivilisation und diese expansive Tendenz ist ein Verhängnis, etwas Dämonisches= und Ungeheures, das den Menschen des späten Weltstadiums ergreift, in sein= en Dienst zwingt und verbraucht: Der Imperialismus ist = ein notwendiges und unweigerliches Ergebnis jeder Kultur, das „... ein Vo= lk im Nacken packt und in die Herrenrolle stößt, wenn es sie zu spi= elen sich weigert.“[8]

 

Doch welche Mächte sind berufen diese „Herrenrolle“ zu spielen? Für Spengler beginnen seit Beginn des 20. Jahrhunderts die Mächte sich zu bilden, welche bestimmt sind, den Endkampf um die Herrschaft auf di= esem Planeten zu führen und von denen nur eine dem Imperium mundi seinen Na= men geben kann und wird. Bei diesem Ringen um die Weltherrschaft stellen sich d= em westlichen Kulturkreis Mächte und Großräume entgegen, die längst „verblüht“ zu sein scheinen und sich dennoch weiterhin zur Geltung bringen und dem Westen Widerstand leisten. „So kann ... ein verwitterter Baumriese im Urwald, noch Jahrhunder= te und Jahrtausende hindurch die morschen Äste emporstrecken. Wir sehen es an China, an Indien, an der Welt des Islam.“ [9]

 

Im Hinbli= ck auf das, was uns blüht, verweist Spengler auf das Schicksal der Römer, die – in ihrem Wesen „... von strengstem Tatsachensinn, ungenia= l, barbarisch, diszipliniert, praktisch, protestantisch, preußisch ...“[10] – dem Westen ähnlich sind und daher den Schlüssel zum Verständnis unserer eigenen Zukunft bieten. „Griechen und Römer – damit scheid= et sich ... das Schicksal, das sich für uns schon vollzogen hat, von dem, welches uns bevorsteht.“[11] Spengler weist im Gegensatz zum Aufblühen Griechenlands auf den sich hinziehenden Untergang Roms, ein Stadium, in dessen Verlauf der Westen eingetreten ist, und bemerkt pessimistisch: „Es wird in wenigen Jahrhunderten keine westeuropäische Kultur, keinen Deutschen, Engländer, Franzosen mehr geben, wie es zur Zeit Justinians keinen Römer mehr gab.“[12]

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Für = Spengler ist der Sinn des Untergangs in der Geschichte die innere und äuß= ere Vollendung, das Fertigsein, was jede Kultur ihrem Schicksal gemäß erleidet. Wie der „Untergang der Antike“ steht vor uns der „Untergang des Abendlandes“, der schon deutlich spürbar is= t.[13]  Spengler untersucht dabei Zeichen = und Indizien dieses Verfalls, welche in sämtlichen Bereichen und Instituti= onen der westlichen Welt zum Vorschein treten. Es handelt sich um den „... Niedergang der Kunst, den wachsenden Zweifel am Wert der Wissenschaft; die schweren Fragen, welche aus dem Sieg der Weltstadt über das Bauerntum hervorgehen: die Kinderlosigkeit, die Landflucht; ... die Krisis im Materialismus, im Sozialismus, im Parlamentarismus; die Stellung des einzel= nen zum Staate; das Eigentumsproblem, das davon abhängige Eheproblem ...“.[14] Spengler will, dass d= iese Lage, dieses Schicksal für jeden einsehbar wird, wobei man sich ü= ber die Tatsachen belügen, aber nicht hinwegsetzen kann. Dieses Endstadium= , in dem der Westen angelangt ist, ist dabei ohne schöpferische Höhepu= nkte und ohne bleibenden Wert. Eine Phase rein extensiver Wirksamkeit ohne nenne= nswerte künstlerische und metaphysische Produktion ist für ihn letztlich = eine Zeit des Niedergangs, die wir nicht gewählt haben und nicht ändern können.

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III. D= as westliche Geschichtsbild als optische Täuschung<= /p>

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Spengler = stellt sich vehement gegen die bis zum heutigen Tag vorherrschende Geschichtsbetrachtung, welche das Bild der Vergangenheit mechanisiert, materialisiert und für die Gegenwart und Zukunft lediglich eine Summe kausaler Regeln ableitet. Spengler zerstört den Glauben an den geschic= htlichen Fortschritt und widerlegt das dürftige und sinnlose Schema „Alte= rtum – Mittelalter – Neuzeit“, das in der Geschichtswissenscha= ft dominiert und dessen unbedingte Herrschaft über das geschichtliche Denken uns da= ran hindert, die wirkliche Stellung der „kleinen Teilwelt“ der westlichen Zivilisation im Verhältnis zu anderen Kulturen gemä&sz= lig; ihrer zeitlichen Lage, ihrer Gestalt und ihrer Lebensdauer richtig aufzufas= sen und einzuordnen. „Warum soll“, so Spengler, „morphologisch betrachtet, das 18 Jahrhundert wichtiger sein als eins der sechzig voraufgehenden? Ist es nicht lächerlich, eine `Neuzeit´ vom Umfa= ng einiger Jahrhunderte, noch dazu wesentlich in Westeuropa lokalisiert, einem `Altertum´ gegenüberzustellen das ebensoviel Jahrtausende umfa&s= zlig;t und dem die Masse aller vorgriechischen Kulturen ohne den Versuch einer tieferen Gliederung einfach als Anhang zugerechnet wird?“[15]

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Das Dreie= r-Schema „Altertum – Mittelalter – Neuzeit“ verstellt den Bl= ick für die Wirklichkeit, denn „… dieser Grundriß mit se= inem einfältigen geradlinigen Ablauf, seinen unsinnigen Proportionen, der v= on Jahrhundert zu Jahrhundert unmöglicher wird und eine natürliche Eingliederung der neu in das Licht unseres historischen Bewußtseins t= retenden Gebiete gar nicht zulässt …“[16], ist schuld an der optischen Täuschung, „... wonach in der Ferne = die Geschichte von Jahrtausenden wie die Chinas und Ägyptens episodenhaft zusammenschrumpft, während in der Nähe des eigenen Standorts, seit Luther und besonders seit Napoleon, die Jahrzehnte gespensterhaft anschwell= en.“[17]

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Spengler = räumt zwar ein, dass die Kultur des Abendlandes, das Dasein von Athen, Florenz, P= aris für uns wichtiger sind, als beispielsweise fernöstliche Gegebenhe= iten vor vielen tausend Jahren. Dennoch darf man einen geradlinigen an einem Zie= l orientieren Ablauf nicht zur Grundlage eines Schemas der Weltgeschichte machen. Für Spengler sind die Menschen der westeuropäischen Kultur mit ihrer Geschichtsauffassung eine Ausnahme und im Vergleich zu anderen Kulturen nic= ht die Regel. „Weltgeschichte ist unser Weltbild, nicht das `der Menschheit´.“[18]

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Spengler = betont daher die Einsicht in den historisch-relativen Charakter des abendländischen Denkens und seiner Ergebnisse als Ausdruck des Daseins einer einzelnen Kultur. Er bringt zu Bewusstsein die notwendigen Grenzen der Gültigkeit ihrer Maßstäbe und vor allem die Auffassung, dass unsere „unumstößlichen Wahrheiten“ und „ewigen Einsichten“ eben nur für uns wahr und in unserem Weltbild ewig s= ind. Er hält es für seine Pflicht, darüber hinaus nach Paradigma = zu suchen, die der Mensch anderer Kulturen mit derselben Gewissheit aus sich heraus entwickelt hat und für allgemein gültig hält. Er schreibt: „Es gibt hier nichts Bleibendes und Allgemeines. Man rede n= icht mehr von Formen des Denkens, dem Prinzip des Tragischen, der Aufgabe des Staates. Allgemeingültigkeit ist immer der Fehlschluß von sich a= uf andere.“[19] Ewige Werte sind f&uu= ml;r Spengler daher zumeist episodische und örtliche, auf die augenblicklic= he Intelligenz der Großstädte von westeuropäischem Typus beschränkte Ansichten. Hierzu zählen auch die vom Westen propagie= rten Leitbilder der Verwirklichung von Demokratie und Menschenrechten übera= ll auf der Welt. „Die Erscheinung anderer Kulturen redet eine andere Sprache. Für andere Menschen gibt es andre Wahrheiten.“[20]

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Jede Phil= osophie ist somit Ausdruck allein ihrer Kultur und der Zeit, des Zeitgeistes innerh= alb einer Kultur, und es gibt nicht zwei Zeitalter, welche die gleichen philosophischen Ansätze und Intentionen besäßen.[21] Jede Kultur wiederum ist vergänglich und der Vergessenheit unterworfen. Das gilt für alle ihre Bereiche und Erscheinungsformen. „Es wird eine Tages das letzte Bildnis Rembrandts und der letzte Takt Mozartscher Mu= sik aufgehört haben zu sein, obwohl eine bemalte Leinwand und ein Notenbla= tt vielleicht übrig sind, weil das letzte Auge und Ohr verschwand, das ih= rer Formensprache zugänglich war. Vergänglich ist jeder Gedanke, jeder Glaube, jede Wissenschaft, sobald die Geister erloschen sind, in deren Welt= en ihre `ewigen Wahrheiten´ mit Notwendigkeit als wahr empfunden wurden.“[22]

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Da es kei= ne immerwährenden Wahrheiten gibt, ist jede in der Geschichte auftauchende Macht, jeder Staat nur einmal da, lässt sich zu keinem Zeitpunkt und an keinem Ort duplizieren und ändert sich unbemerkt mit jedem Augenblick, auch unter der Kruste einer noch so starren gesetzlich festgelegten Verfass= ung. Daher wirken Versuche, die westliche Lebensweise und ihr Verfassungssystem dauerhaft in nicht westliche Kulturkreise einzupflanzen, nur an der Oberfläche und sind letztlich zum Scheitern verurteilt. „Der Sta= at Venedigs oder Friedrichs des Großen oder das englische Parlament, so = wie es wirklich ist und arbeitet, lassen sich nicht wiederholen, aber `moderne Verfassungen´ lassen sich in jedem afrikanischen und asiatischen Lande und antike Poleis unter Numidern und Britanniern `einführen´.= 220;[23]

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Für = Spengler bedeuten Worte wie Republik, Absolutismus, Demokratie innerhalb jeder Kultur etwas anderes und werden für ihn zur Phrase, sobald man sie als feststehende Begriffe anwendet, wie es Philosophen und Ideologen in der Reg= el tun. Eine Staatengeschichte ist für ihn Physiognomik und nicht Systema= tik. Sie hat nicht zu zeigen, wie die „Menschheit“ allmählich z= ur Eroberung ihrer „ewig bestehenden Rechte“, zu Freiheit und Gleichheit und der Entwicklung des weisesten und gerechtesten Staates fortschreitet. Vielmehr sind die in der Tatsachenwelt wirklich vorhandenen politischen Einheiten zu beschreiben, „... wie sie aufblühen, re= ifen und welken, ohne je etwas anderes zu sein als wirkliches Leben in Form.R= 20;[24] Zwangsläufig gibt es keine einzige, allgemein gültige Moral. Spen= gler beantwortet die Frage nach der Moral vielmehr mit dem kulturellen Maß= stab, an welchem ein Mensch sich messen lassen muss. Der einzelne Mensch kann moralisch oder unmoralisch, „gut“ oder „böse“ handeln, dies allerdings nur aus dem Urgefühl seiner Kultur heraus, de= nn die Theorie seines Handelns ist durch die jeweilige Kultur festgelegt.[25]

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Den Vertr= etern des Primats der Ökonomie wirft Spengler bloße Selbstanalyse des wirtschaftlichen Denkens und Verabsolutierung des Wirtschaftsdenkens einer einzigen Zeitepoche einer  Kul= tur vor, was notwendigerweise fehl geht und exemplarisch durch den Zusammenbruch der Sowjetunion im Jahr 1990 belegt wird: Man „... hält das Wirtschaftsleben für etwas, das man ... aus sichtbaren Ursachen und Wirkungen erklären kann, das ganz mechanisch angelegt und völlig = in sich abgeschlossen ist, und das endlich zu den ebenfalls für sich gedachten Kreisen der Politik und Religion in einem irgendwie kausalen Verhältnis steht. Weil diese Betrachtungsweise systematisch und nicht geschichtlich ist, so glaubt sie an die zeitlose Gültigkeit ihrer Begriffe und R= egeln und hat den Ehrgeiz, die allein richtige Methode `der´ Wirtschaftsführung aufstellen zu wollen. Deshalb hat sie überall,= wo ihre Wahrheiten mit den Tatsachen zusammentrafen, ein vollkommenes Fiasko erlebt, wie es mit den Voraussagen für den Ausbruch des Weltkriegs dur= ch bürgerliche und mit der Errichtung der Sowjetwirtschaft durch proletarische Theoretiker der Fall war.“[26]

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IV. Zu= fall, Verhängnis, Fügung  =    =

 

„Wa= ren T. Cracchus und Sulla Zufälle, Cäsar aber ein Schicksal?“[27] Zwischen Schicksal und Zufall scheint nur ein Gradunterschied an Gehalt zu bestehen. Dennoch bezeichnen diese Worte für Spengler eine unentrinnba= re Notwendigkeit des Lebens. Wirkliche Geschichte ist schicksalsschwer und frei von Gesetzen und Festlegungen. Spengler schreibt: „Man kann die Zukun= ft ahnen, und es gibt einen Blick, der tief in ihre Geheimnisse dringt, aber m= an berechnet sie nicht. Der physiognomische Takt ... bleibt weltenfern von all= er `Ursache´ und `Wirkung´.“[28]

 

Gegen tote Kausalität gibt es für Spengler „…Worte, die wie von einem tiefen Geheimnis umgeben sind: Geschick, Verhängnis, Zufall, Fügung, Bestimmung“, die als Symbole und nicht als Begriffe aufz= ufassen sind.[29] Spenglers Kritik richtet sich gegen Systematiker wie Aristoteles oder Kant,= die nichts mit diesen Begriffen anfangen konnten, denn sie „...verstehen = von Urteil, Wahrnehmung, Aufmerksamkeit, Erinnerung zu reden, aber sie schweigen von dem, was in den Worten Hoffnung, Glück, Verzweiflung, Reue, Ergebenheit, Trotz liegt“, und Spengler schließt: „Schick= sal ist das Wort für eine nicht zu beschreibende innere Gewißheit.“[30]

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Gesetze k= ausaler Natur sind daher „greisenhafte Entwürfe“, die dazu führen, „... daß man Nützlichkeitsideale wie Aufklärung, Humanität und Weltfrieden als Zwecke der Weltgeschich= te ...“ voraussetzt, um sie durch eine Art Fortschrittsprozess zu erreic= hen, der das Gefühl von Schicksal verdrängt, doch in Wahrheit der gesc= hichtliche Ablauf „... einer dunklen Entscheidung entgegendrängt.“[31] Spengler folgert den „Glauben an den Fortschritt“ aus dem Gefühl, dass Wissen Macht ist, was allen reifen Kulturen wohlbekannt u= nd als Macht über das Schicksal gewollt ist. So ist der abstrakte Gelehrt= e, der Naturforscher und Denker in Systemen, der sich allein auf das Kausalitätsprinzip stützt, nur eine „... späte Erschei= nung unbewußten Hasses gegen die Mächte des Schicksals, des Unbegreiflichen.“[32]

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Diese schicksalhaften Kräfte bleiben dem Betrachter jedoch zumeist verborgen, denn an der Oberfläche des Weltgeschehens herrscht das Unvorhergesehen= e. So hat niemand „ ...beim Auftreten Mohammeds den Sturm des Islam, nie= mand beim Sturze Robespierres Napoleon vorausgewußt.“[33] Daher bleibt es unberechenbar, was „große Menschen“ unternehmen, ob es ihnen glückt und ob eine mächtig einsetzende E= ntwicklung sich in großer Linie vollendet oder letztlich im Verhängnis untergeht.[34]

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Spengler = erkennt, dass der „freie Wille“ zwar eine innere Gewissheit darstellt, a= ber dennoch einer tieferen Notwendigkeit entspringt und sich für den verständigen Betrachter in eine große Ordnung einfügt.[35] Napoleon hatte in bedeutenden Augenblicken ein starkes Gefühl für diese tiefe Logik und Schicksalhaftigkeit des Seins. „Ich habe also d= en Willen des Schicksals erfüllt?“, antwortete der Kaiser einigen seiner Getreuen, die im Jahr 1812 den Versuch wagten, ihn vom Russlandfeldz= ug abzubringen. Napoleon ahnte, dass er Schicksal für andere war und zugl= eich diesem ausgesetzt. „Ich fühle mich gegen ein Ziel getrieben, wel= ches ich nicht kenne. Sobald ich es erreicht haben werde, sobald ich nicht mehr notwendig sein werde, wird ein Atom genügen mich zu zerschmettern. Bis dahin aber werden alle menschlichen Kräfte nichts gegen mich vermö= ;gen.“[36]

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Angesicht= s dieser Einsichten kommt es nicht darauf an, dass singuläre geschichtliche Ereignisse wirklich eintreten, sondern dass der verborgene historische Sinn= der Epoche erfüllt wird. Bismarck hätte in den Augen Spenglers fr&uum= l;h entlassen und die Schlacht bei Leipzig gegen Napoleon hätte verloren werden können; die Gruppe der Kriege von 1864, 1866 und 1870 hätte durch diplomatische, dynastische, revolutionäre oder volkswirtschaftli= che Tatsachen – „Modulationen“ – vertreten werden können, der Sinn der Epoche – das Thema – wäre aber d= urch keine Gestaltung des Tatsächlichen verändert oder verfälscht worden. Goethe hätte in frühen Jahren sterben können, nicht seine „Idee“. Faust und Tasso wären nicht geschrieben word= en, aber sie wären, ohne ihre poetische Greifbarkeit, in einem sehr geheimnisvollen Sinne trotzdem „gewesen“.[37] Die französische Revolution hätte durch ein anderes Ereignis an anderer Stelle, in England oder Deutschland etwa, vertreten werden kön= nen. Ihre „Idee“, der Übergang der Kultur in die Zivilisation, = der Sieg der anorganischen Weltstadt über das organische Land, das nun „Provinz“ in geistigem Sinne wurde, war notwendig, und zwar in diesem Augenblick.[38]  Als um das Jahr 1000 die abendl&au= ml;ndische Kultur in Westeuropa erwachte, folgte sie von diesem Augenblick „dem Gesetz, wonach sie angetreten“. Innerhalb jeder Epoche besteht –= ; so Spengler – eine unbegrenzte Fülle überraschender und nie vo= rherzusehender Möglichkeiten, letztlich ist aber die Epoche selbst das Entscheidende = und man „... begreift, daß in Kriegen und politischen Katastrophen = ... der Sieg nicht das Wesentliche eines Kampfes und der Friede nicht das Ziel einer Umwälzung ist.“[39]

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V. Die= Weltstadt als Symbol des Niedergangs

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Für = Spengler ist die Stadt das Urphänomen menschlichen Daseins und zugleich ein Zei= chen des Untergangs. „Völker, Staaten, Politik und Religion, alle Künste, alle Wissenschaften beruhen auf einem Urphänomen menschlichen Daseins: der Stadt.“[40] Spengler erkennt 1914 visionär, dass die Weltstädte der westeuropäisch-amerikanischen Zivilisation bei weitem noch nicht den Gipfel ihrer Entwicklung erlangt haben. Er führt im Hinblick auf die Megastädte unserer Tage aus: „Ich sehe – lange nach 2000 – Stadtanlagen für zehn bis zwanzig Millionen Menschen, die sich über weite Landschaften verteilen, mit Bauten, gegen welche die größten der Gegenwart zwerghaft wirken, und Verkehrsgedanken, die uns heute als Wahnsinn erscheinen würden.“[41]

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Die Stadt= als Symbol des Untergangs wird jedoch zum Problem und zum unausweichlichen Schicksal jeder Kultur. Stadt und Erlöschen einer Kultur sind Synonyme= von schicksalhafter Bedeutung. Für Spengler ist hier der Gipfel erreicht, = von dem aus die letzten und schwersten Fragen der historischen Morphologie gelöst werden. Zivilisationen, Kulturen in ihrem Endstadium, sind die letzten Zustände, deren nur eine höhere Art von Mensch fähig ist. „Sie sind ein Abschluß; sie folgen dem Werden a= ls das Gewordene, dem Leben als der Tod, der Entwicklung als die Starrheit, dem Lande und der seelischen Kindheit ... als das geistige Greisentum und die steinerne, versteinernde Weltstadt. Sie sind ein Ende, unwiderruflich, aber= sie sind mit innerster Notwendigkeit immer wieder erreicht worden.“[42]

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Für = Spengler haben die Menschen der Spätzeit, Stadtmenschen, den babylonischen, ägyptischen, indischen, chinesischen und römischen Imperialismus durchgeführt. In solchen Zeiten sind auch der Buddhismus, Stoizismus u= nd Sozialismus zu „endgültigen Weltstimmungen“ herangereift.[43] Das Leben als problematisch zu betrachten ist der Hintergrund und Antrieb dieser Lehren. Es handelt sich dabei um morphologisch gleichwertige Enderscheinungen aller Kulturen, da sie ein erlöschendes Menschentum in seiner ganzen Substanz ersehnen, erreichen und erlösen wollen.[44]

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Ahnherr d= es Sozialismus ist Rousseau, der neben Sokrates und Buddha zu den ethischen Wortführern großer Zivilisationen zählt. Seine Ableh= nung aller großen Kulturformen, aller bedeutungsvollen Konventionen, seine berühmte „Rückkehr zur Natur“, sein praktischer Ratio= nalismus tragen für Spengler die in die Steinmassen der großen Städte verschlagene Seele zu Grabe. Sokrates, Buddha und Rousseau predigen das Evangelium der Menschlichkeit des intelligenten Stadtmenschen, der die späte Stadt und mit ihr die Kultur satt hat und dessen „reine“, seelenlose Vernunft nach einer Erlösung sucht. Di= es wiederum kündet vom Kommen des Nihilismus, der für Spengler keiner großen Kultur fremd ist. Nihilismus ist das Wesen einer Seele, die ih= re Möglichkeiten restlos verwirklicht hat und ein inneres Fertigsein des = Weltstadtmenschen darstellt. „Für die Antike trat es zur Römerzeit ein. F&uum= l;r uns gehört es der Zeit nach 2000 an.“[45]

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Nihilismu= s bedeutet in den Augen Spenglers, dass wir „zivilisierte Menschen“ sind u= nd nicht „... Menschen der Gotik und des Rokoko; wir haben mit den harten und kalten Tatsachen eines späten Lebens zu rechnen, dessen Parallele nicht im Athen des Perikles, sondern im cäsarischen Rom liegt.“ Weder große Malerei und Musik, noch herausragende architektonische Möglichkeiten sind uns noch gegeben. Wir haben demnach nur noch extens= ive Möglichkeiten.[46] „Daß man eine unmetaphysische Religion konstruiert und sich geg= en Kulte und Dogmen auflehnt, daß ein Naturrecht den historischen Rechten entgegengestellt wird, daß man in der Kunst Stile `entwirft´, .= .. daß man den Staat als `Gesellschaftsordnung´ auffaßt, die= man ändern könne, sogar ändern müsse ..., das alles beweist, daß etwas endgültig zerfallen ist.“[47]

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Zur Welts= tadt gehört nicht mehr ein Volk, das sich seiner selbst bewusst ist, sondern die formlose Masse. „Volk“ – das ist jetzt Stadtvolk, anorganische Masse, etwas Fluktuierendes.[48] 

Der ̶= 2;neue Mensch“, welcher hoffnungsvoll in allen Niedergangszeiten empfunden worden ist, ist immer „… der formlos durch alle Großstädte flutende Pöbel, an Stelle des Volkes die wurzell= ose städtische Masse ...“.[49] Die Stadt ist geprägt durch den Großstadtbewohner, den Spengler negativ charakterisiert als traditionslosen auftretenden Tatsachenmenschen,= unreligös, intelligent, unfruchtbar.[50] Das Unverständnis der Masse „... für alles Überliefert= e, ... ihre Intelligenz, ihr Naturalismus in einem ganz neuen Sinne, der ü= ;ber Sokrates und Rousseaus weit zurück in bezug auf alles Sexuelle und Soz= iale an urmenschliche Instinkte und Zustände anknüpft, das panem et circenses, das heute wieder in der Verkleidung von Lohnkampf und Sportp= latz erscheint – alles das bezeichnet … eine ganz neue, späte u= nd zukunftslose, aber unvermeidliche Form menschlicher Existenz.“[51]

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Dabei beg= reift Spengler auch die Intelligenz und den intellektuellen Versuch, für alle Dinge wissenschaftliche Gründe zu finden, als Symbol der Endzeit einer Kultur. „Intelligenz ist nichts als Fähigkeit zu angespanntestem Verstehen. Diese Köpfe sind in jeder Kultur der Typus ihres `letzten Menschen´. ... Intelligenz ... läßt sich auch als die best= ändige Abnahme des Schicksalsgefühls und die hemmungslose Zunahme des Bedürfnisses nach Kausalität bezeichnen. Intelligenz ist … meisterhafte Übung im Denken, ...je mehr die Gewohnheit um sich greift, sich alles `klar zu machen´, desto mehr wird die Angst ... kausal gestillt. Daher die Gleichsetzung von Wissen und Beweisbarkeit und der Ersa= tz des religiösen Mythos durch den kausalen: die wissenschaftliche Theorie.“[52] Wissenschaftliche Wel= ten sind für Spengler letztlich oberflächliche, seelenlose, rein extensive Welten.

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Der Gegen= part der Intelligenz ist die Entspannung, die reine „Zerstreuung“, die d= er Stadtmensch auf die Spitze treibt. Hingegen werden das „...echte Spiel, die Lebensfreude, die Lust, der Rausch ... in ihrem Wesen gar nicht = mehr begriffen. Aber ... die Ablösung der geistigen Anspannung durch die körperliche des Sports, der körperlichen durch die sinnliche des `Vergnügens´ und … der `Aufregung´ des Spiels und der Wette, … – das kehrt in allen Weltstädten aller Zivilisati= onen wieder.“[53]

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In allen Zivilisationen nehmen die modernen Städte ein immer gleichförmige= res, langweiligeres Gepräge und dieselben Muster des Verfalls an. „Man kann gehen, wohin man will, man trifft Berlin, London und New York übe= rall wieder; und wenn ein Römer reiste, konnte er in Palmyra, Trier, Timgad= und in den hellenistischen Städten bis zum Indus und Aralsee seine Säulenstellungen, statuengeschmückten Plätze und Tempel find= en. Was aber hier verbreitet wird, ist nicht mehr ein Stil, sondern ein Geschma= ck, keine echte Sitte, sondern Manieren, und nicht die Tracht des Volkes, sonde= rn die Mode.“[54] So entwickelt die Sta= dt für Spengler eine Formensprache, die alle Züge ihres Wesens wiede= rgibt: nicht die eines Werdens, sondern die eines Gewordenen, eines Fertigen, das = sich wohl verändern, aber nicht mehr entwickeln lässt. Und deshalb gib= t es nur Kausalität, kein Schicksal, nur Ausdehnung, keine lebendige Richtu= ng mehr.[55]

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Grund f&u= uml;r den Untergang des im Ausgangsstadiums einer jeden Kultur sich befindenden Stadtmenschen ist jene Erscheinung, „...die im stillen längst vorbereitet war und jetzt plötzlich in das helle Licht der Geschichte rückt, um den ganzen Schauspiel ein Ende zu bereiten: die Unfruchtbark= eit des zivilisierten Menschen.“ Für Spengler liegt hier eine metaphysische Wendung zum Tode vor. „Der letzte Mensch der Weltstädte will nicht mehr leben, wohl als einzelner, aber nicht als Typus, als Menge ...“.[56] Intelligenz und Kinderlosigkeit hängen dabei miteinander zusammen. Nic= ht nur weil Kinder unmöglich geworden sind, sondern weil die bis zum äußersten gesteigerte Intelligenz keine Gründe für ihr Vorhandensein mehr findet, bleiben sie aus.[57]

 

Die gro&s= zlig;e Wendung zum Untergang tritt ein, sobald es im alltäglichen Denken einer hochkultivierten Bevölkerung für das Vorhandensein von Kindern „Gründe“ gibt. Der Geburtenreichtum ursprünglicher Bevölkerungen ist eine Naturerscheinung, über deren Vorhandensein niemand nachdenkt, geschweige denn über ihren Nutzen oder Schaden. Wo Gründe für Lebensfragen überhaupt ins Bewusstsein treten, da= ist das Leben schon fragwürdig geworden. „Da beginnt denn auch, und = zwar im buddhistischen Indien so gut wie in Babylon, in Rom wie in den Städ= ten der Gegenwart, die Wahl der `Lebensgefährtin´ ... Statt der Kind= er hat der `letzte Mensch´ seelische Konflikte, es kommt darauf an, `sich gegenseitig zu verstehen´“. Die Menschen dieses Entwicklungsstadiums „... gehören alle sich selbst und sie sind = alle unfruchtbar.“ [58]

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Auf diese= r Stufe beginnt für Spengler der mehrhundertjährige Prozess einer entsetzlichen Entvölkerung in allen Zivilisationen. Die ganze Pyramide= des kulturfähigen Menschentums verschwindet. Sie wird von der Spitze herab abgebaut, zuerst die Weltstädte, dann die Provinzstädte, endlich = das Land, das durch die Landflucht seiner Bevölkerung eine Zeitlang das Leerwerden der Städte verzögert[59], aber nicht aufhält.

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Am Ende s= teht das Verschwinden der Nationen. Für Spengler ist weder die Einheit der Spra= che noch die der leiblichen Abstammung entscheidend für die Bildung und den Erhalt einer Nation. Was ein Volk von einer Bevölkerung unterscheidet,= es aus dieser abhebt und wieder in ihr aufgehen lässt, ist stets das inne= re Erlebnis des „Wir“, das diesen bedeutsamsten aller Verbände innerlich zusammenschließt. Je tiefer dieses Gefühl, desto stärker ist die Lebenskraft des Verbandes. Spengler unterscheidet die Nationen von den Gebilden, die vor ihr stehen und nach ihr folgen. Der Nati= on liegt eine Idee zugrunde, die geschichtsmächtig wird.[60] Nation und Geschichtsmächtigkeit sind jedoch vergänglich und verg= ehen im reifen Stadium der Weltstadt, der Zivilisation. „In der römis= chen Kaiserzeit beginnt man sich allenthalben zu verstehen, aber eben deshalb gi= bt es nichts mehr, was in antiken Städten zu verstehen sich lohnte. Mit d= em Sichverstehen - können hatte diese Menschheit aufgehört, in Natio= nen zu leben; damit hat sie aufgehört, historisch zu sein.“[61]

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Alle R= 22;Weltverbesserer“ und „Weltbürger“ – im China der kämpfenden Reic= he, im buddhistischen Indien, im Hellenismus und heute – vertreten fü= ;r Spengler pazifistische „Fellachenideale“, die zum Untergang ihr= er Kultur führen. Deren Erfolg bedeutet die Abdankung der Nationen und Völker innerhalb der Geschichte, jedoch nicht zugunsten des ewigen Fri= edens, sondern zugunsten einzelner Machtmenschen.[62] „Panem et circenses“ – das ist für ihn nur eine ande= re Formel für Pazifismus.[63] In der chinesischen Staatenwelt hat das Reich von Tsin um 250 v. Chr. desha= lb den Endsieg erfochten, weil seine Nation sich von den Stimmungen des die Indifferenz predigenden Taoismus frei gehalten hatte. Auch hat das römische Volk über den Rest der Antike gesiegt, weil es die pazifistischen Fellacheninstinkte des Hellenismus für die Haltung sein= er Politik auszuschalten wusste.[64] „Die Pax Romana hat für die späteren Soldatenkaiser und germanischen Heerkönige nur die eine praktische Bedeutung: eine formlo= se Bevölkerung von hundert Millionen zum Objekt des Machtwillens kleiner Kriegerschwärme zu machen.“ [65] 

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VI. Da= s Ende des Parlamentarismus und des Geldes – der kommende Cäsarismus

 

Für = Spengler ist der Parlamentarismus kein Höhepunkt der westlichen Kultur wie die griechische Polis oder der Barockstaat, sondern ein kurzer Übergang, nämlich von der Spätzeit mit ihren gewachsenen Formen hin zum Zeitalter der großen Einzelnen inmitten einer formlos gewordenen Welt. „Dadurch, daß er erreicht ist, ist er eigentlich schon überwunden.“[66], schreibt Spengler zum Parlamentarismus. Freiheit als Voraussetzung von Demokratie besteht dabei in erster Linie in der „... Ablehnung der Tradition: der Dynastie, der Oligarchie, des Kalifats; aber die ausübe= nde Macht geht von diesen sofort und ungeschmälert an neue Gewalten ü= ber, an Parteihäupter, Diktatoren, Prätendenten, Propheten und ihren Anhang ...“.[67] Und  „ ... eben deshalb = treibt ein unwiderstehlicher Zug jede Demokratie auf diesem Wege weiter, der sie zu ihrer Aufhebung durch sich selbst führt.“[68]

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Weder die großstädtische Masse noch der starke Einzelne haben für Spengler wahre Achtung vor Parlamentarismus und Demokratie, die als Form oh= ne Tiefe und Vergangenheit wahrgenommen wird, und „... sobald man entdec= kt, daß sie nur Form ist, ist sie auch schon Maske und Schatten geworden.“[69] Wie das englische K&o= uml;nigtum im 19. Jahrhundert, so werden die Parlamente ab dem 20. Jahrhundert ein feierliches leeres Schauspiel. Dies bewirkt letztlich eine Verlagerung der Machtzentren, sodass eine neue Herrschaftsform entsteht. „Wie dort Szepter und Krone, so werden hier die Volksrechte mit großem Zeremoni= ell vor der Menge einhergetragen und um so peinlicher geachtet, je weniger sie bedeuten. ... Aber die Macht verlagert sich ... aus den Parlamenten in priv= ate Kreise, und ebenso sinken die Wahlen unaufhaltsam zu einer Komödie her= ab, für uns wie für Rom. Das Geld organisiert den Vorgang im Interesse derer, die es besitzen, und die Wahlhandlung wird ein verabredetes Spiel, d= as als Selbstbestimmung des Volks inszeniert ist.“[70] Letztlich siegt beim Volk die Einsicht, dass das allgemeine Wahlrecht überhaupt kein wirkliches Recht enthält, nicht einmal das der Wahl zwischen den Parteien, weil diese Machtgebilde durch das Geld alle geistigen Mittel der Rede und Schrift beherrschen und damit die Meinung des Einzelnen= über die Parteien nach Belieben lenken, und andererseits durch ihre Verfügu= ng über Ämter, Einfluss und Gesetze einen Stamm unbedingter Anhänger züchten, den „Caucus“, der den Rest ausschal= tet, was zu einer Wahlmüdigkeit führt, die schließlich selbst in= den großen Krisen nicht mehr überwunden werden kann.[71]

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In Gestal= t der Demokratie hat für Spengler vorübergehend auch das Geld triumphie= rt. Dennoch ist dies kein endgültiger Sieg, denn sobald die Gier nach Prof= it die alten Ordnungen einer Kultur zerstört hat, tauchen aus dem Chaos n= eue, übermächtige Größen empor: die Menschen von cäsarischem Schlag. An ihnen geht die Allmacht des Geldes zugrunde, um= den bodenständigen Urwerten wieder Platz zu machen.[72] Der Cäsarismus wächst auf dem Boden der Demokratie, aber seine Wurzeln reichen tief in die Untergründe des Blutes und der Tradition hinab.[73] Es erhebt sich der Endkampf zwischen Demokratie und Cäsarismus, zwisch= en den führenden Mächten einer diktatorischen Geldwirtschaft und dem politischen Ordnungswillen der Cäsaren.[74]

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Die „Kaiserzeit“ bedeutet in jeder Kultur das Ende der Politik von Geist und Geld. Die Mächte des Blutes, die urwüchsigen Triebe all= es Lebens, die ungebrochene körperliche Kraft treten für Spengler ih= re alte Herrschaft wieder an. Es ist der Erfolg des Stärksten, der den Re= st als Beute begreift. Das Cäsarentum ergreift das Weltregiment, und das Reich der Bücher und Probleme erstarrt oder versinkt in Vergessenheit.= Es handelt sich um einen Bruch, der ein neues Stadium einer Kultur einleitet. „Seit dem Anbruch der Kaiserzeit gibt es keine politischen Probleme m= ehr. Man findet sich ab mit den Lagen und Gewalten, die vorhanden sind. Strö= ;me von Blut haben zur Zeit der kämpfenden Staaten das Pflaster aller Weltstädte gerötet, um die großen Wahrheiten der Demokratie= in Wirklichkeit zu verwandeln und Rechte zu erkämpfen, ohne die das Leben nicht wert schien, gelebt zu werden. Jetzt sind diese Rechte erobert, aber die Enkel sind selbst durch Strafen nicht mehr zu bewegen, von ihnen Gebrauch zu machen. Hundert Jahre später, und sogar die Historiker ver= stehen die alten Streitfragen nicht mehr. Schon zur Zeit Cäsars beteiligte si= ch die anständige Bevölkerung kaum noch an den Wahlen. Das ist das E= nde der großen Politik, die einst ein Ersatz des Krieges durch geistigere Mittel gewesen war und nun dem Kriege in seiner ursprünglicheren Gesta= lt wieder Platz macht.“[75]

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Cäsa= rismus ist für Spengler die Regierungsart, welche trotz aller staatsrechtlichen Formulierungen und Verschleierungen in ihrem inneren Wesen wieder ganz form= los und ungebändigt ist. Cäsar sah die Dinge realistisch, wie sie war= en, und richtete seine Herrschaft ohne Sentimentalität nach praktischen Gesichtspunkten ein. „Die Gesetzgebung seiner letzten Monate beschäftigte sich ausschließlich mit Übergangsbestimmungen,= von denen keine einzige für die Dauer gedacht war.“[76]

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Daher dar= f man sich durch Titel, Institutionen und althergebrachte Formen nicht täuschen lassen. „Es ist gleichgültig, ob Augustus in Rom, Hoang-ti in Ch= ina, Amosis in Ägypten, Alp Arslan in Bagdad ihre Stellung mit altertümlichen Bezeichnungen umkleiden. Der Geist dieser alten Formen = ist tot. Und deshalb sind alle Institutionen, sie mögen noch so peinlich a= ufrecht erhalten werden, von nun an ohne Sinn und Gewicht. Bedeutung hat nur die ga= nz persönliche Gewalt, welcher der Cäsar oder an seiner Stelle irgendjemand durch seine Fähigkeiten ausübt. Es ist die Heimkehr = aus einer formvollendeten Welt ins Primitive, ins Kosmisch-Geschichtslose. Biologische Zeiträume nehmen wieder den Platz historischer Epochen ein.“[77] Damit tritt für Spengler ein neues Aeon ein. Das Private löst das Öffentliche, den Weltfrieden, die hohe Politik ab. Das Formlose, Ungebändigte und Urwüchsige setzt sich wieder durch.

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VII. Ausblick: Das Zeitalter der Riesenkämpfe und der Machtw= ille Einzelner

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Damit ist= der Eintritt in das Zeitalter der Riesenkämpfe vollzogen, in dem wir uns g= emäß Spengler heute befinden. Es ist der Übergang vom Napoleonismus zum Cäsarismus, von der Demokratie zur Diktatur, eine allgemeine Entwicklungsstufe vom Umfang wenigstens zweier Jahrhunderte, die in allen Kulturen nachzuweisen ist. Die Chinesen nennen sie laut Spengler tschan-= kuo, die Zeit der kämpfenden Staaten. Am Anfang werden in dieser Phase sieb= en Großmächte in China gezählt, die erst planlos, dann mit imm= er klarerem Blick für das unvermeidliche Endergebnis in eine dichte Folge= von ungeheuren Kriegen und Revolutionen eintreten. Es steigert sich der Kampf zu einem ununterbrochenen Ringen der gesamten chinesischen Welt, mit Massenhee= ren, die bis zur äußersten Anspannung der Bevölkerungszahl aufgebracht werden. Spengler schreibt: „Die Verbündeten, deren Länder zehnmal so groß waren als die von Tsin, wälzten umso= nst eine Million Menschen heran. Tsin hatte immer noch Reserven in Bereitschaft. Von Anfang bis zum Ende fiel eine Million Mann, schreibt Se-ma-tsien.“= ;[78] Damit beginnt das nächste Stadium der chinesischen Entscheidungskämpfe. Die Zahl der selbständigen Staaten wurde imm= er kleiner.[79] Ein Jahrhundert später waren es noch fünf.[80] Und ihre Zahl sank weiter.

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Dasselbe = gilt für unsere Zeit. Die Epoche der kämpfenden Staaten – das Zeitalter der Weltkriege – hat spätestens mit dem Ersten Weltkri= eg begonnen und dauert für Spengler noch bis zum Jahr 2200 an. In den Kri= egen um das Erbe der ganzen westlichen Welt werden Kontinente, Großrä= ume und Religionen eingesetzt oder bringen sich zur Geltung: Amerika, Europa, Russl= and, Indien, China, der Islam und andere Mächte sind die Hauptakteure. Es werden neue Techniken und Taktiken gegeneinander ausgespielt und angewendet. Die großen weltstädtischen Machmittelpunkte und Kontinente verfügen über die kleineren Staaten und sogar ganze Kontinente wie Afrika, ihr Gebiet, ihre Wirtschaft und Menschen nach Gutdünken: Letzt= eres ist nur noch Provinz, Objekt, Mittel zum Zweck, sein Schicksal ohne Bedeutu= ng für den großen Gang der Dinge.[81]

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Kein Zeit= alter zeigt in den Augen Spenglers so deutlich wie das der kämpfenden Staaten die weltgeschichtliche Wandlung. Sowie die Nationen aufhören, politisc= h in Verfassung zu sein, wachsen die Möglichkeiten für den energischen Privatmann, der politisch schöpferisch sein, um jeden Preis Macht besi= tzen will und durch die Wucht seiner Erscheinung zum Schicksal ganzer Völker und Kulturen wird. Die Ereignisse sind der Form nach voraussetzungslos geworden. „An Stelle der gesicherten Tradition ... tritt nun der Zufa= ll großer Tatsachenmenschen; der Zufall ihres Aufstiegs führt ein schwaches Volk wie das makedonische über Nacht an die Spitze der Ereignisse und der Zufall ihres Todes kann die Welt aus persönlich gefestigter Ordnung unvermittelt in das Chaos stürzen, wie die Ermordu= ng Cäsars beweist.“[82] Aber dasselbe gilt auch von den Kriegen, in denen die Heere und ihre Taktik immer mehr Schöpfungen unumschränkter Einzelführer werden, d= ie oft ihr Genie erst spät und durch Zufall entdeckt haben. Spengler führt aus: „Um 300 gibt es römische Heere, seit 100 = gibt es nur noch Heere des Marius, Sulla, Cäsar ...“.[83] So hat sich das römische Heer im Osten in weniger als zwei Jahrhundert= en aus einer modernen Armee in ein Ritterheer zurückverwandelt. Im Westen sanken sie zu Horden herab.[84] Auch das Politische löst sich vom Staatlichen ab: „Der Prinzeps Pompejus und der Tribun Cäsar ... vertreten noch Parteien, aber sie ha= ben ... in Lucca zusammen mit Crassus zum ersten Male die Welt unter sich verte= ilt. Als bei Philippi die Erben gegen die Mörder Cäsars kämpften, waren es … noch Gruppen; bei Actium waren es nur noch Einzelpersonen = ...“[85], die die Welt unter sich aufteilten.

 

Damit wir= d die Welt zum Schauplatz tragischer Privatgeschichte, welche die Staatengeschichte ablöst.[86] Es ist der letzte Sch= ritt zum Definitiven. Mit dem Weltfrieden, „...dem Frieden der hohen Politik ... gibt es nur noch Privatgeschichte, private Schicksal= e, privaten Ehrgeiz, von den kümmerlichen Nöten des Fellachen angefa= ngen bis zu den wüsten Fehden der Cäsaren um den Privatbesitz der W= elt. Die Kriege im Zeitalter des Weltfriedens sind Privatkriege, furchtbarer als alle Staatenkriege, weil sie formlos sind.“[87] Die asymetrischen Kriege unserer Zeit, Berufsarmeen gegen Partisanentum, st= erbende Staaten und Staatensysteme im Kampf gegen Terroristen und private Warlor= ds künden bereits von einem Umbruch der Zeiten und sind ein Zeichen dafür, dass Spengler Recht behalten wird.



[1] Spengler, Der Untergang des Abendlandes, Umrisse einer Morpholog= ie der Weltgeschichte, DTV, 13. Aufl. 1997, S. 3.

[2] Spengler, Untergang, S. 151.

[3] Spengler, Untergang, S. 144.

[4] Spengler, Untergang, S. 143.

[5] Spengler, Untergang, S. 174 f.

[6] Spengler, Untergang, S. 403 f.

[7] Spengler, Untergang, S. 432.

[8] Spengler, Untergang, S. 1089.

[9] Spengler, Untergang, S. 143.

[10] Spengler, Untergang, S. 36.

[11] Spengler, Untergang, S. 36 f.

[12] Spengler, Untergang, S. 216.

[13] Spengler, Untergang, S. 144.

[14] Spengler, Untergang, S. 67.

[15] Spengler, Untergang, S. 23.

[16] Spengler, Untergang, S. 21.

[17] Spengler, Untergang, S. 23.

[18] Spengler, Untergang, S. 20 f.

[19] Spengler, Untergang, S. 32.

[20] Spengler, Untergang, S. 34.

[21] Spengler, Untergang, S. 57.

[22] Spengler, Untergang, S. 217.

[23] Spengler, Untergang, S. 685.

[24] Spengler, Untergang, S. 1018.

[25] Spengler, Untergang, S. 440.

[26] Spengler, Untergang, S. 1146.

[27] Spengler, Untergang, S. 181.

[28] Spengler, Untergang, S. 154.

[29] Spengler, Untergang, S. 153.

[30] Spengler, Untergang, S. 153 f.

[31] Spengler, Untergang, S. 198.

[32] Spengler, Untergang, S. 157.

[33] Spengler, Untergang, S. 182.

[34] Spengler, Untergang, S. 182.

[35] Spengler, Untergang, S. 183 f.

[36] Spengler, Untergang, S. 188.

[37] Spengler, Untergang, S. 189.

[38] Spengler, Untergang, S. 193 f.

[39] Spengler, Untergang, S. 197.

[40] Spengler, Untergang, S. 661.

[41] Spengler, Untergang, S. 675.

[42] Spengler, Untergang, S. 43.

[43] Spengler, Untergang, S. 44.

[44] Spengler, Untergang, S. 455.

[45] Spengler, Untergang, S. 449 f.

[46] Spengler, Untergang, S. 56.

[47] Spengler, Untergang, S. 451.

[48] Spengler, Untergang, S. 452.

[49] Spengler, Untergang, S. 460.

[50] Spengler, Untergang, S. 45.

[51] Spengler, Untergang, S. 46.

[52] Spengler, Untergang, S. 677 f.

[53] Spengler, Untergang, S. 678.

[54] Spengler, Untergang, S. 685.

[55] Spengler, Untergang, S. 684.

[56] Spengler, Untergang, S. 679.

[57] Spengler, Untergang, S. 679.

[58] Spengler, Untergang, S. 680 f.

[59] Spengler, Untergang, S. 681.

[60] Spengler, Untergang, S. 761.

[61] Spengler, Untergang, S. 763.

[62] Spengler, Untergang, S. 1106.

[63] Spengler, Untergang, S. 781.

[64] Spengler, Untergang, S. 782.

[65] Spengler, Untergang, S. 782 f.

[66] Spengler, Untergang, S. 1080.

[67] Spengler, Untergang, S. 1132.

[68] Spengler, Untergang, S. 1133.

[69] Spengler, Untergang, S. 1080.

[70] Spengler, Untergang, S. 1142 f.

[71] Spengler, Untergang, S. 1132.

[72] Spengler, Untergang, S. 672.

[73] Spengler, Untergang, S. 1143.

[74] Spengler, Untergang, S. 1144.

[75] Spengler, Untergang, S. 1102 f.

[76] Spengler, Untergang, S. 1103.

[77] Spengler, Untergang, S. 1101.

[78] Spengler, Untergang, S. 1082.

[79] Spengler, Untergang, S. 1083.

[80] Spengler, Untergang, S. 1081.

[81] Spengler, Untergang, S. 1098.

[82] Spengler, Untergang, S. 1083.

[83] Spengler, Untergang, S. 1085.

[84] Spengler, Untergang, S. 797.

[85] Spengler, Untergang, S. 1090.

[86] Spengler, Untergang, S. 1105.

[87] Spengler, Untergang, S. 1106.

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